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Trivia zu Die Gesellschaftsfahrten der Reverence

Ein Blick zurück auf die Geburtsstunde einer Idee

7/13/20252 min read

palm trees covered with fog

Ich erinnere mich noch ganz genau. Ich war in meiner ersten richtigen, langfristigen Beziehung – in einer Phase meines Lebens, in der vieles unsicher war, aber manches auch endlich stabil zu werden schien. Es war einer dieser Tage, an denen die Welt still wird, ohne dass etwas fehlt. Ich saß am Fenster, blickte hinab auf einen unscheinbaren Hinterhofparkplatz. Es regnete stark. Die Tropfen zogen Schleier an der Scheibe, die Luft war frisch, schwer und voll von Leben.

Und dann geschah es. Ich sah die Pfützen auf dem Asphalt – kleine, glänzende Fragmente – und in einem dieser flüchtigen Momente dachte ich: Was, wenn das Kontinente sind? Miniaturwelten. Spiegel einer Realität, die unserer ähnlich ist, aber doch eine ganz andere Ordnung kennt.

In diesem Augenblick war sie geboren – die Welt von Die Gesellschaftsfahrten der Reverence. Ich wusste sofort: Diese Welt muss eine andere Zeit atmen. Eine Ära, in der das Meer noch als Grenze galt, nicht als Möglichkeit. In der Könige herrschen, der Adel um seine Macht ringt und jedes Wort noch Gewicht trägt.

Und ich sah ihn: einen Mann, der nicht in diese Welt gehört – und doch genau für sie gemacht ist. Lord Addington. Ein Mensch, der gegen den Strom denkt, fühlt, lebt. Ein Idealmensch vielleicht – aber nicht im Sinne der Vollkommenheit, sondern der Hoffnung. Ich sah ihn an Bord der Reverence, einem königlichen Segelschiff, wie er mit einer bunt zusammengewürfelten Crew aufbricht, um das Unmögliche zu versuchen – nicht aus Ruhmsucht, sondern aus Pflicht und tiefer Überzeugung.

Von Anfang an wusste ich: Dieses Werk muss mehr sein als ein Abenteuer. Es muss fragen, ohne zu verurteilen. Spiegel sein, ohne belehrend zu wirken. Gesellschaftskritik, verpackt in das Gewand eines historischen Epos.

Und so wuchs das Vorhaben:
Der erste Band widmet sich dem ewigen Dilemma der Menschlichkeit – was sie ausmacht, wo sie endet, wann sie standhält.
Der zweite Band behandelt das große Thema der Gleichheit, in einer Welt, in der Geburt über Schicksal entscheidet.
Und der dritte schließlich stellt sich dem Thema Rassismus – in seiner subtilen wie offenen Form.

Es war nie mein Ziel, einfache Antworten zu geben. Aber ich wollte Räume öffnen. Für Gedanken, für Widerspruch, für Haltung.

Die Gesellschaftsfahrten der Reverence sind für mich bis heute nicht nur eine literarische Reise – sie sind das Zeugnis eines inneren Wachstums, ein Gespräch mit mir selbst über die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte.

Danke, dass du mitliest. Vielleicht findest du dich ja zwischen den Zeilen wieder – oder auf einem der Kontinente in der Pfütze.

– Amin Rafiki