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Die fünf Säulen und was ihnen innewohnt
Was ist Liebe? Von dieser Frage inspiriert wie gefesselt, entstand der Grundbaustein für das Werk.
Amin Rafiki
10/27/20253 min read
1. Die initiale Erfahrung
Ich erinnere mich an einen jener stillen, unscheinbaren Momente, die sich unmerklich in die eigene Biografie einbrennen.
Ich lag im Bett mit einer Frau, die ich liebte – und sie sagte zu mir, sie fände mich wunderschön.
Ein Satz, so zart, so schlicht – und doch prallte er an mir ab.
Ich spürte Misstrauen statt Freude, Scham statt Dankbarkeit, eine seltsam leise Traurigkeit, die mir zeigte, wie tief manche Wunden reichen können.
Es war ein Moment, der mich über Jahre nicht losließ. Ich kehrte immer wieder zu ihm zurück – nicht aus Eitelkeit, sondern aus der Sehnsucht, zu verstehen, warum ich so reagierte.
Warum ich ein ehrliches Kompliment nicht annehmen konnte.
Und irgendwann begriff ich, dass dieser kleine Augenblick eine Wahrheit in sich trug, die größer war als jede Liebeserklärung:
Dass die Arbeit an der Liebe immer mit der Arbeit an uns selbst beginnt.
2. Die dahinterliegenden Fragen und Verantwortlichkeiten
Ich begann, mir Fragen zu stellen, die unbequem, aber notwendig waren.
Nicht: Warum verletzt mich jemand? – sondern: Warum reagiere ich so?
Nicht: Was fehlt meiner Beziehung? – sondern: Was bringe ich selbst nicht ein?
Diese Fragen führten mich zu einem Gedanken, der zunächst ernüchternd, später befreiend wurde:
Dass niemand die Verantwortung für mein inneres Gleichgewicht tragen kann – außer mir.
Dass keine Partnerin, kein Partner die Lücken füllen kann, die aus meiner eigenen Unfähigkeit entstehen, mich selbst zu verstehen, mich anzunehmen oder ehrlich zu kommunizieren.
So wurde mir klar: Liebe ist kein Geschenk, das man erhält, sondern eine Fähigkeit, die man entwickeln muss.
Und jede Beziehung, die Bestand haben soll, verlangt, dass beide Partner bereit sind, diese Verantwortung zu tragen – für sich, füreinander und für das Dazwischen.
3. Die Säulen und ihr Verhältnis zueinander
Aus dieser Erkenntnis wuchs der Gedanke der fünf Säulen.
Sie sind keine Theorie, sondern das Resultat gelebter Erfahrung, durchdachter Gespräche und jahrelanger Beobachtung.
Die erste Säule – das innere Gleichgewicht – ist der Ursprung.
Ohne sie kann nichts tragen. Sie ist die Fähigkeit, in sich selbst Halt zu finden, ohne den anderen zur Stütze zu machen.
Darauf folgt die zweite Säule – die eigene Identifikation.
Sie fragt: Wer bin ich, wenn ich liebe? Welche Rollen spiele ich – freiwillig oder aus Angst?
Die dritte Säule – die kommunikative Kompetenz – bildet die Brücke zwischen Innen und Außen.
Sie lehrt, dass Worte keine Waffen, sondern Wege sind.
Die vierte Säule – die emotionale Kompetenz – ist das Herzstück.
Sie bedeutet, die eigenen Gefühle zu verstehen, bevor man sie dem anderen zumutet.
Und schließlich die fünfte Säule – die Beziehungsarbeit.
Sie hält alles zusammen. Sie erinnert daran, dass Liebe Pflege braucht, Zeit, Geduld – und die Bereitschaft, immer wieder neu zu beginnen.
Alle fünf Säulen greifen ineinander.
Fällt eine, geraten die anderen ins Wanken.
Doch wenn sie im Gleichgewicht stehen, entsteht etwas, das seltener ist als Verliebtheit: Beständigkeit.
4. Das angedachte Ziel des Werkes
Das Werk ist kein bewusst nicht als klassischer Ratgeber gedacht, sondern als der Ratgeber schlechthin. Nicht aus Arroganz heraus, sondern einfach aus dem Umstand heraus, dass der vermittelte Rat am eigenen Leibe, an der eigenen Beziehung getestet und ausgehalten wird.
Deswegen kann das Werk auch keine schnellen Lösungen liefern und erst recht keine perfekten Paare erschaffen. Vielmehr gilt es, Bewusstsein zu schaffen – für die Verantwortung, die wir für unsere Beziehungen tragen, und über die stillen Mechanismen, die sie formen oder zerstören.
Ich wollte ein Werk schreiben, das Fragen stellt, statt Antworten zu diktieren.
Ein Buch, das nicht vorgibt, was Liebe ist, sondern zeigt, wo sie beginnt: bei uns selbst.
Denn Liebe, so glaube ich, ist nichts, das wir finden. Sie ist etwas, das wir lernen, so wie es uns auch schon Erich Fromm lehrte – in jedem Gespräch, in jedem Missverständnis, in jedem Moment der Nähe, der uns etwas über uns selbst verrät.
Und vielleicht liegt genau darin die Wahrheit, die mich dieses Buch hat schreiben lassen:
Dass Liebe kein Mysterium ist, das wir lösen müssen, sondern ein Weg, den wir bewusst gehen dürfen – Schritt für Schritt, Säule für Säule.
– Amin Rafiki
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